Youtube einbetten Gema

Musikvideos mit Facebook-Freunden teilen könnte teuer werden

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GEMA fordert Gebühren für das Einbetten von YouTube-Videos

Das Lieblingslied mit seinen Freunden auf Facebook teilen war bisher leicht: Den Link vom YouTube-Video kopieren, in die eigene Facebook-Chronik einfügen und schon können die Freunde den Song hören. In Zukunft könnten dafür Gebühren anfallen. Die Entscheidung darüber muss die EU fallen.

AKM bringt Stein ins Rollen

Zum Hintergrund: Die deutsche Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) fordert, dass das Einbetten von YouTube-Videos kostenpflichtig werden soll. Dazu inspiriert wurde sie von der AKM, dem österreichischen Musikrechte-Verwerter, die diesen Vorschlag im Rahmen der öffentlichen Konsultation in Brüssel einbrachte. Zurzeit berät die EU nämlich über eine Optimierung und Modernisierung des Urheberrechts. Weil die Konsultation öffentlich ist, können sich Bürger der EU und Interessenvertreter wie beispielsweise Künstler, Verlage, Verwertungsgesellschaften und viele andere vom Urheberrecht betroffene Organisationen und Personen, noch bis zum 5. März daran beteiligen. Die AKM hat im Rahmen der Gespräche Stellung bezogen und sich dafür ausgesprochen, dass das Einbetten von YouTube-Videos mit urheberrechtlich geschütztem Material auf anderen Internetseiten kostenpflichtig sein soll. Diesem Vorschlag stimmte jetzt auch die Gema zu. Gema-Sprecherin Ursula Goebel sagte gegenüber dem Nachrichtenportal Golem.de: „Wir sehen das wie die AKM. Einfache Hyperlinks sind keine relevante Nutzungshandlung. Ohne diese würde das Internet nicht funktionieren. Embedded Content, bei dem für den Nutzer nicht klar ist, dass die Datei von einer anderen Seite stammt, sollte hingegen lizenziert werden.“

Der Unterschied zwischen einem eingebetteten Video und einem einfachen Hyperlink ist im Grunde nicht ganz groß: Während der Link lediglich auf anderen Inhalt verweist und aktiv angeklickt werden muss, ist das eingebettete Video direkt zu sehen. Der User wird also nicht weitergeleitet zu beispielsweise YouTube. Damit könnte Embedded Content ein bislang unbenanntes Verwertungsrecht der öffentlichen Wiedergabe betreffen.

Ob es dazu kommen wird, dass die Gema in Zukunft für eingebettete YouTube-Videos Gebühren verlangen kann, muss der Europäische Gerichtshof entscheiden. Internetexperten kritisieren aber, dass das Ganze einen faden Beigeschmack habe. Internetplattformen wie YouTube zahlen schon jetzt Lizenzgebühren für Werke, deren Urheber von der Gema vertreten werden. Für den Fall, dass der Europäische Gerichtshof den Forderungen von AKM und Gema nachgibt, würde das bedeuten, dass zweimal abkassiert werden würde: Die Lizenzgebühren würden dann nämlich einmal von YouTube und einmal vom Benutzer selbst gezahlt werden müssen.

AKM wirbt für ihre Idee

Die österreichischen Musikrechte-Verwerter haben bereits Werbung in eigener Sache gemacht und ihren 20.000 Mitgliedern nahegelegt, den Vorschlag zu unterstützen. Dafür soll die AKM den von der EU-Kommission erstellten Fragebogen vorausgefüllt an die Mitglieder verschickt und darüber hinaus einige Änderungen vorgenommen haben. So zum Beispiel in Bezug auf die elfte Frage, die lautet: „Sollte das Bereitstellen eines Hyperlinks, welcher zu einem urheberrechtlich geschützten Werk oder anderen Inhalt führt, entweder im Allgemeinen oder unter bestimmten Umständen die Erlaubnis des Rechteinhabers erfordern?“ AKM entfernte die Antwortmöglichkeiten „Nein“ und „Keine Meinung“ und ließ lediglich „Ja“ als Antwort-Option stehen.

Abmahnwelle möglich

Für den Fall, dass der Europäische Gerichtshof entscheidet, dass das Einbetten von YouTube-Videos kostenpflichtig wird, müssen Blog- unter Internetseitenbetreiber, die Videos eingebettet haben befürchten, dass sie mit Mahnungen konfrontiert werden, die dann mit Sicherheit zuhauf versendet werden.

Update:

Im Internet wurde eine Petition gestartet, die sich dafür ausspricht, dass eingebettete Videos von Plattformen wie YouTube nicht lizensiert werden sollen. Wir von 5 Sterne Marketing denken, dass das eine gute Sache ist, die unterstützt werden sollte.

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