Andere Suchmaschinen

KLEINE GIGANTEN ‒ die Google-Alternativen

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Es gehört mittlerweile zum Alltag, dass nach Begriffen, Produkten oder Geschehnissen „gegoogelt“ wird. Selbst der Ausdruck gehört heutzutage zum allgemeinen Wortschatz und verdeutlicht den Stellenwert, den die Suchmaschine in der heutigen Zeit einnimmt. Rund 94 Prozent aller Suchanfragen hierzulande werden über Google beantwortet. Allerdings sammelt die Suchmaschine vertrauliche Daten, um hiermit nutzerspezifische Werbung generieren zu können. Das ist den Meisten bewusst, dennoch werden weiterhin die Dienste von Google in Anspruch genommen. Dabei gibt es einige Alternativen, die im Gegensatz zum Spitzenreiter deutliche Vorteile in puncto Sicherheit und Privatsphäre bieten.

Einer der bekanntesten Google-Kontrahenten ist Microsofts Suchmaschine Bing. In den Vereinigten Staaten findet die seit 2009 bestehende Alternative mit einem Marktanteil von 20 Prozent einen recht ordentlichen Anklang. In Deutschland nutzen lediglich vier Prozent der Einwohner Bing für die Suche im Word Wide Web. Doch auch wer die Yahoo-Suche beansprucht, gehört tatsächlich zu den Nutzern des Google-Kontrahenten. Denn 2009 schlossen Microsoft und Yahoo eine Suchmaschinen-Allianz, sodass Yahoo die eigene Suche um die Such-Algorithmen von Microsoft ergänzt hat. In puncto Sicherheit und Datenschutz bietet Bing hingegen keine Vorteile gegenüber Google. Auch die Microsoft-Suchmaschine sammelt Daten, um Werbung zielgerichteter schalten zu können.

VORBILDER IN PUNCTO SICHERHEIT

Sein Augenmerk auf die Sicherheit der Nutzer gerichtet hat DuckDuckGo. Der US-amerikanische Suchmaschinenbetreiber speichert weder IP-Adressen, noch Suchanfragen und bietet deshalb ein besonderes Plus bei Datenschutz und Nutzersicherheit. Die Suchmaschine schaltet zudem keine nutzerspezifische Werbung, und kommerzielle Seiten können darüber hinaus aus den Suchergebnissen herausgefiltert werden. Bislang hat DuckDuckGo um die acht Millionen Suchanfragen pro Tag zu verbuchen. Wie gering dieser Anteil tatsächlich noch ist, zeigt der Vergleich mit den Werten von Google. Der Marktführer hat Tag für Tag zwischen drei und vier Milliarden Anfragen zu verzeichnen. Doch der Zuspruch sicherer Suchmaschinen nimmt zu und damit auch die Popularität von DuckDuckGo.

Ähnlich viel Datenschutz bietet die niederländische Suchmaschine von Ixquick, die unter dem Namen Startpage zu finden ist. Zwar nutzt Startpage die Dienste von Google, doch bei der Suche wird die Anfrage anonymisiert an Google weitergeleitet und somit keinerlei Daten hinterlassen. Im Anschluss schickt das US-Unternehmen die Ergebnisse zurück, und Startpage zeigt sie dem Nutzer an. Darüber hinaus hat die Suchmaschine ein gesondertes Feature aufzuweisen. Mithilfe eines Proxy-Services ist es den Nutzern möglich, Seiten, die als Suchergebnisse angezeigt werden, anonym zu besuchen. Anstelle der IP-Adresse des Users wird den Seiteninhabern lediglich die Adresse von Startpage bzw. Ixquick angezeigt.

Ein weiterer Google-Kontrahent wurde von Forschern der Universität Hannover unter dem Namen MetaGer entwickelt. Es ist eine Meta-Suchmaschine, welche die Suchergebnisse von 50 verschiedenen Suchmaschinen darstellt. Wie DuckDuckGo und Ixquick speichert auch MetaGer keine IP-Adressen und verwendet keine Cookies oder sonstige Art von Tracking-Technologien. Zudem überträgt die Suchmaschine die Daten ausschließlich über das https-Protokoll.

DIE ETWAS ANDEREN SUCHMASCHINEN

Eine etwas andere Art von Suchmaschinen stellen die beiden Anbieter Qwant und Wolfram Alpha dar.

Neben strikter Anonymität bietet die Suchmaschine Qwant ein Design, das sich von den anderen Anbietern deutlich unterscheidet. Die Suchergebnisse, die aus einer eigenen Suchtechnologie stammen, werden nach Kategorien gesondert und in einer zusammenhängenden Tabelle dargestellt. Die Sortierung erfolgt dabei nach Gebieten, wie beispielsweise Netz, News, Social und Einkaufen. Darüber hinaus differenziert sich Qwant in seiner Art der Finanzierung. Die sicheren Suchmaschinen DuckDuckGo und Startpage nutzen, wie der Martkführer, Werbeanzeigen, um Geld zu verdienen. Anders als bei Google werden diese hingegen nur nach dem eingegebenen Suchbegriff und nicht nach gesammelten persönlichen Interessen generiert. Qwant dagegen will ausschließlich mithilfe des Verkaufs der innovativen Suchtechnologie Geld verdienen und verzichtet vollends auf Werbeanzeigen.

Eine andersartige Strategie als die Konkurrenten nutzt Wolfram Alpha. Hierbei handelt es sich nicht um eine Such-, sondern vielmehr um eine Antwortmaschine. Im Gegensatz zu den marktbeherrschenden Suchmaschinen stellt Wolfram Alpha keine Liste mit den relevantesten Ergebnissen dar, sondern versucht eine einzige konkrete Antwort auf die Anfrage zu finden und glänzt mit Fakten. Hierfür wird auf zahlreiche Datenbanken zurückgegriffen, auf deren Inhalte verschiedene Algorithmen angewendet werden. Besonders erfolgreich gelingt dieses Prinzip bei Fragen aus den Kategorien Naturwissenschaften, Mathematik, Technik, Wissenschaft, Geschichte, Linguistik und Technik. Hingegen ist Wolfram Alpha für Neuigkeiten aus der Welt der Stars, des Sports oder aktuelle Ereignisse weniger gut geeignet.

Insgesamt sind die Google-Kontrahenten zahlreich und bieten neben einigen interessanten Features, vor allem in Puncto Sicherheit und Privatsphäre deutliche Vorzüge. Dennoch werden es die Vokabeln „qwanten“ oder „startpagen“ wohl nie in unseren Wortschatz schaffen.

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