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Facebook kauft WhatsApp

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Der Kampf der Internetgiganten nimmt nicht ab

Wer gehört nun eigentlich zu wem? Diese Frage wird vor allem in Hinblick auf Internetportale immer schwieriger zu beantworten. Schuld daran sind sie ständigen Käufe und Verkäufe. Vorgestern kaufte Google, gestern kaufte Yahoo und heute ist es Facebook. Hauptsache der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus sein.

Der teuerste Deal

19 Milliarden US-Dollar (13,8 Milliarden Euro) hat sich das Soziale Netzwerk seine neueste Errungenschaft, den Kurzmitteilungsdienst WhatsApp, kosten lassen. So viel haben weder Apple, noch Google, noch Microsoft jemals ausgegeben. WhatsApp hat sich bei Smartphone-Besitzern als Alternative zur klassischen SMS etabliert. Mehr als 450 Millionen Menschen  weltweit nutzen das Programm zurzeit, 70 Prozent von ihnen täglich. In Deutschland selbst greifen rund 30 Millionen Menschen auf den Kurzmitteilungsdienst zurück, über den Textnachrichten, Fotos und Videos verschickt werden können. WhatsApp wurde erst 2009 vom Ukrainer Jan Koum und dem Amerikaner Brian Acton gegründet. Es war ein Senkrechtstart und mittlerweile zählt es zu den größten Sozialen Netzwerken und hat selbst Internetriesen wie LinledIn abgehängt. Es bewegt sich, ob es nur vom Smartphone nutzbar ist, auf einer Ebene mit Twitter und Google+.

19 Milliarden Dollar – so viel wurde vorher noch nie von Facebook ausgegeben. Der Deal sieht so aus, dass 16 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 11,65 Millionen Euro, bezahlt werden, vier Milliarden bar auf die Hand und der Rest mit Facebook-Aktien. Später sollen noch einmal drei Milliarden Dollar in Form von Aktien an WhatsApp-Gründer Jan Koum und seine Mitarbeiter gezahlt werden. Doch warum ist der Kurznachrichtendienst für Facebooks Kopf Mark Zuckerberg so viel wert? „WhatsApp ist auf dem besten Wege, eine Milliarde Menschen zu verbinden. Dienste, die diesen Meilenstein erreichen, sind unglaublich wertvoll“, erklärt er.  Mit Hilfe von WhatsApp könne der Gewinn zwar nicht gesteigert werden – WhatsApp ist bisher ein ökonomisches Experiment gewesen, das keine Werbung macht und seine Einnahmen lediglich aus der einmal im Jahr anfallenden Gebühr von 89 Cent generiert – aber der Nutzerkreis werde auf diese Weise ausgeweitet und Facebook erhält Zugriff auf zahlreiche neue Nutzer, die bisher noch nicht auf der Social-Media-Plattform registriert sind.

Dass WhatsApp für den Soical-Media-Riesen Facebook trotzdem äußerst wertvoll ist, liegt auf der Hand. Immerhin stellte der Instant Messenger eine große Konkurrenz dar. Der eigene Facebook Messenger kam dagegen nicht an. Und wie erledigt man sich solcher am geschicktesten? Indem man sie kauft. Dabei hatte WhatsApp-Gründer Jan Koum noch im Januar behauptet, dass ein Verkauf nicht in Frage käme.

Alles bleibt, wie es ist

 Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Das kennt man ja. Deswegen versichert WhatsApp seinen 450 Millionen Usern, dass sich für sie nichts ändern wird. „Here’s what will change for you, our users: nothing“, heißt es im Blog des Unternehmens.

Außerdem wolle WhatsApp weiterhin autonom sein und unabhängig arbeiten. Das sicherte auch Zuckerberg zu und erklärt, dass auch der Facebook Messenger weiter betrieben werden solle.

Bei Schoko-Erdbeeren wurde der Deal besiegelt

Doch so rosig das alles anhört, zumindest die bei WhatsApp propagierte Unabhängigkeit sollte nun futsch sein. Warum WhatsApp den Deal mit Facebook einging, ist Spekulation. So wird angenommen, dass die WhatsApp-Spitze wohl einfach den finanziellen Verlockungen Facebooks erlegen sei. Besiegelt wurde der Deal übrigens nach Angaben der New York Times am Valentinstag. Jan Koum sei dafür zum Abendessen zu Marc Zuckerberg und dessen Frau Priscilla Chan gekommen und beim Dessert, Erdbeeren mit Schokoladenglasur, sei man sich schließlich einig geworden.

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