Urheberrecht pixelio

Der Bildnachweis sorgt für miese Stimmung

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Kölner Landgericht fordert Urhebernennung im Foto

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Wort: So abgedroschen der Satz ist, so wahr ist er auch. Deswegen wird es in keiner Zeitung einen wichtigen Artikel ohne entsprechendes Foto geben. Denn dieses dient als Eyecatcher. Es soll Aufmerksamkeit erzeugen. Ähnlich ist es im Internet: Blogger zum Beispiel schmücken ihre Beiträge gerne mit Fotos. Und wer selbst kein Talent zum Fotografieren hat, der kann auf kostenlose Bilddatenbanken wie pixelio zurückgreifen, wo qualitativ hochwertige Fotos heruntergeladen und redaktionell genutzt werden können – vorausgesetzt die Bildquelle wird angegeben. Doch jetzt droht tausenden Blog- und Webseitenbetreiber Ärger. Wer bisher die Quellenangabe als reinen Text unter das Bild geschrieben hat, hat den Nachweis nicht korrekt angegeben. Das erklärte jetzt das Kölner Landgericht.

 

Landgericht Köln gibt Fotografen Recht

Wer im Internet ein schönes Bild sieht, das er gerne als Desktophintergrund haben möchte, der kann es mit einem Klick auf die rechte Maustaste als Grafik sehen und sogar auf dem Rechner speichern, um es dann als Hintergrundbild benutzen zu können. Ein Hinweis auf die Bildrechte wird dabei in den meisten Fällen aber nicht angezeigt. Dieser steht stattdessen als Text auf der Homepage unter dem Foto. Nach dem jüngst gefällten Urteil des Kölner Landgerichtes, das übrigens erst vor wenigen Wochen im Zusammenhang mit der RedTube-Abmahnaffäre auf sich aufmerksam gemacht hat, ist diese Form der Quellenangabe eine Verletzung der Lizenzbedingungen, die zwischen dem Inhaber der Rechte und dem Bildnutzer vereinbart wurden. In den Lizenzbedingungen bei pixelio heißt es dazu: „Der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: ‚© Fotografenname / PIXELIO‘. Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muss zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen.“  Damit entspricht die Forderung Paragraph 13 des Urheberrechtsgesetzes, wo es heißt: „Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.“

 

pixelio äußert Erstaunen und Unverständnis

Einem Fotografen genügte die in der Praxis übliche Kennzeichnung jedoch nicht und zog vor das Kölner Landgericht. Der Fotograf kritisierte, dass bei einem direkten Aufrufen seines Bildes, das in einem Blog eingebettet war, die Lizenzbedingungen von pixelio verletzt worden seien. Und das gab ihm Recht. Es fordert jetzt, dass der Urhebernachweis direkt auf dem Foto vermerkt wird. Das ist jedoch unüblich. Denn: Wenn der Nutzer den entsprechenden Nachweis im Bild selbst angibt, dann muss er dieses verändern. Das ist juristisch jedoch problematisch, denn durch eine Änderung des Fotos, beispielsweise mithilfe von Photoshop, werden die Urheberrechte verletzt. Auch pixelio ist mit der Entscheidung des Kölner Landgerichts unzufrieden und erklärt in einer Stellungnahme: „Mit großem Erstaunen und Unverständnis haben wir gestern vom Urteil des LG Kölns erfahren, welches über die fehlende Urheberbenennung beim Direktaufruf einer Bild-URL von Bildern geurteilt hat, welche über die Plattform pixelio erworben wurden. Aus unserer Sicht ist das Urteil aus mehreren Gründen unrichtig: Unsere Nutzungsbedingungen fordern eine Urheberbenennung am Bild selbst oder am Seitenende, soweit dies technisch möglich ist – aber gerade nicht im Bild. Bei der vom Gericht gerügten isolierten Darstellung des Bildes im Browser durch direkten Aufruf der Bild-URL besteht technisch keine Möglichkeit, eine Urheberbenennung am Bild oder am Seitenende anzubringen. Nach den Nutzungsbedingungen ist eine Urheberbenennung in diesem Fall somit mangels technischer Machbarkeit nicht erforderlich.“  Weiter wird kritisiert, dass sämtliche Lizenzverträge unzureichend wären, die lediglich die einmalige Nutzung eines Bildes erlauben würden, weil die Einbettung eines Fotos, die mit dem notwendigen Vorhalten des Bildes auf dem Server mit eigener URL im Grunde zweifach benutzt worden wäre. „Führt man die Rechtsauffassung des Landgerichts Köln weiter fort, sind zudem alle Internetseiten in Deutschland rechtswidrig, da auf der direkt aufgerufenen URL eines Bildes auch kein Impressum(-slink) zu finden ist“, so pixelio. pixelio weist außerdem darauf hin, dass es nicht zum Nachteil des Bildnutzers ausgelegt werden könne, wenn es ein Browser ermöglicht, das Foto unabhängig vom Kontext anzuzeigen. Der Nutzer hätte in dem Fall keine Chance, den Zugriff auf das Bild zu verhindern. WordPress zum Beispiel erstellt ohne Zutun des Nutzers Unterordner für Bilder, über die Fotos direkt aufgerufen und gespeichert werden können. Selbst die Homepage des Kölner Landgerichts kommt der eigens geforderten Kennzeichnung nicht nach. Internetuser befürchten jetzt, dass es eine riesige Abmahnwelle geben wird.

 

Fotograf sollte Urhebernachweis selbst einbinden

In Bezug auf das Urteil des Kölner Landgerichts stellt sich jetzt die Frage, ob der Fotograf, der sein Bild auf der Internetplattform pixelio zur Verfügung stellt, nicht selbst ausdrücklich darauf hinweisen sollte, dass bei jeder Anzeige seines Fotos ein Nachweis zu sehen sein muss. Im besten Falle könnte er bereits vor dem Hochladen seine Urheberbenennung in das Foto einbinden, damit der Nutzer nicht selbst das Bild bearbeiten und damit gegen das Urheberrecht verstoßen muss.  

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Nach einer Zustellung gibt es eine 30-tägige Frist für eine mögliche Berufung. Dazu erklärt pixelio: „pixelio wird sich zudem an einer Berufung gegen das Urteil des LG Köln beteiligen, da diese Fehleinschätzung nicht nur Einfluss auf unsere Nutzer und Bildverwender, sondern in weiterer Auslegung auf nahezu alle Bildverwendungen im deutschen Internet hat.“

 

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